Christl`s Puppenstuben

Christkindlmarkt

Da ich erst vor einem Jahr die Gelegenheit hatte, den Nürnberger Christkindlesmarkt zu besuchen, bemühte ich meine Phantasie und versuchte, einige Stände so nach zu bauen, wie ich mir den Markt vorstelle. Die einzelnen Verkaufsstände wurden mit der Dekupiersäge erst mal ausgesägt und mit Leim “zusammengezimmert” Die Bespannung wurde aus rotweißem Stoff
genäht. Das Einrichten der Verkaufsbuden war die schönste Arbeit.

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Erst einmal entstand ein Verkaufsstand mit Weihnachtsschmuck. Meine Perlenvorräte wurden durchgemustert, um zu sehen, welche sich am schönsten eignen würden, um Christbaum Kugeln zu werden. Jede Kugel bekam einen kleinen Anhänger aus Messingdraht. Kleine Schachteln mit Zwischenstegen mußten gebastelt werden, um die Kugeln so echt wie möglich “anbieten” zu können. Aus einem Rest Eispapier wurde die Umwicklung jeder Kugel angefertigt
 

Weiße Pfeifenreiniger wurden zu kleinen Schäfchen und kleine maßtabgetreue Nikoläuse fanden sich auch noch in meiner Sammelkiste. Aus dünner Goldfolie ließen sich die schönsten Sterne schneiden, und kleine bunte Glasperlen auf silberne Tinselschnur gefädelt wurden zu Christbaumketten. Aus einem sehr kleinen Wachsjesulein ließ sich ein Fatschnkindl basteln.

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In der Spielzeug-Verkaufsbude finden sich etliche Figürchen aus dem Erzgebirge, auch kleine Nußknacker und Schaukelpferdchen, kleine Teddies und eine Mini-Holzeisenbahn. Bonbongläser mit buntem Inhalt, viele Lebkuchenherzen an roten Seidenbändchen, die aus Fimo gebastelt sind, fehlen genausowenig wie ein reichgeschmückter 

Christbaum zur Freude der vielen Kinder, die diesen Markt besuchen. In einer leeren Streichholzschachtel ist eine frühe “Nürnberger Puppenküche” nachgebaut. Die winzigen Zinnteller sind aus Plättchen gefertigt, die man sonst im Labor verwendet und ein winziger Besen in der Küchenecke ist schnell zusammengebunden aus kleinen Strohresten.

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Ein anderer Verkaufsstand bietet Töpferware an. Hier konnten viele kleine Tassen und Krüge untergebracht werden, entweder in Regalen oder an eine Leine gehängt, die quer über den Verkaufsstand führt. Ein süßes winziges Sparschwein wird auch angeboten. Kleine Körbchen mit geschnittener Holzwolle präsentieren rund um den Stand stilgerecht die “irdene” Ware. Hier konnten viele Flohmarktfunde verarbeitet werden.

Maroniverkäufer Christkindelmarkt

Als ich dachte, der Markt wäre nun vollständig und diese Arbeit beendet, wurde ich gefragt, warum es auf diesem Markt keine Maroni zu kaufen gäbe. Also machte ich mich sofort wieder an die Arbeit und zeichnete den Maroniofen mit Ofenrohr. Netterweise fand sich ein Schlosser, der mit dieser Zeichnung zurechtkam und versprach, mir den

Ofen zu bauen. In der Zwischenzeit konnte ich viele viele Maroni´s aus Fimo herstellen und kleine Papiertütchen falten, kleben und mit Sternchen bemalen. Ein Maroniverkäufer mit Frau ließ sich im Spielzeuggeschäft dazu finden.

Viel Freude hatte ich mit dem Basteln der kleinen Adventskränze und Adventsgestecke. Als Tannenzweige verwendete ich geästeltes Moos, die Kerzen sind aus Spaghettikerzen gemacht. Die vielen kleinen Schleifen und Perlen, die als Schmuck angebracht wurden, waren eine echte Geduldsarbeit. Im Fachhandel gab es nostalgische Engelchen aus Papier, die an einer Schnur quer über dem Lädchen hängen.

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Auf einer Weihnachtssaustellung im Miniaturengeschäft sah ich dann, daß ein St. Nikolaus die Marktszene noch lebendiger erscheinen lassen würde. Also mußte ein Heiliger Nikolaus her. Es gab damals keinen zu kaufen und eine Extraanfertigung über das Geschäft war mir viel, viel zu teuer. Also kaufte ich eine kleine Puppe, von Berufs wegen Kaminkehrer. so war die Unterbekleidung schon mal schwarz und ganz gut passend. Das weiße Übergewand mit feinen Spitzen an den Säumen ist auch gelungen, aber der kostbare Mantel aus roter Seide und Goldstoff gab viel Kopfzerbrechen, weil ich keinen Schnitt dazu hatte. Einfacher war es nun, die Mitra zu basteln und aus Plombendraht und Straßsteinen den Bischofsstab herzustellen . Der Bart des Nikolaus wurde strähnchenweise aus Engelshaar geschnitten und aufgeklebt. Aus dem großen Sack verteilt der Heilige schon einige Geschenke an die Kinder, die ihn mit großen Augen bestaunen.

Ein weiterer Verkausstand bietet Stoffe, Knöpfe und Stickgarn an. Hier wurden viele Stoffrestchen zu Ballen gerollt, kleine Kärtchen mit geteiltem Stickgarn umwickelt, winzige Perlen als Knöpfe auf gemalte Knopfkarten geklebt, aus Wollfäden Strickgarn zu Knäueln gewickelt, eine Strickarbeit mit Zahnstocher-Stricknadeln ausgelegt und das Gesamtbild mit kleinem Spiegel, Schere und Nähmaschine ausgeschmückt. Dann gab es noch Burda-Schnitthefte im Miniformat, die ich aus Werbeanzeigen und echtem Schnittpapier zusammengestellt habe.

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Nun stand die Fertigstellung wirklich bevor. Eine installierte Lichterkette verzaubert abends den Markt und zum Schluß wurde es auf dem Markt durch dichten Schneefall so richtig weihnachtlich.

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